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Aktuelles Heft

Cover Orientierung 4/2020

Heft 4/2020: Menschlichkeit

Themenvorausschau

  • 1/2022 Teilhabende und teilgebende Seelsorge
  • 2/2022 Digitalisierung

Orientierung

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Heft 4/2020: Menschlichkeit

Liebe Leser*innen,

mit dieser Orientierung haben wir uns auf die Suche begeben - was ist Menschlichkeit? Unsere Hoffnung war: In der Summe aller eingehenden Artikel lässt sich am Ende eine gemeinsame Definition erkennen. Auch Meggy Katzenstein hat sich in der Diakonie Kork für uns auf Spurensuche begeben. Sie hat mit unterschiedlichen Gruppen von Menschen mit Unterstützungsbedarf versucht zu erheben, wie Menschlichkeit erlebt wird. Nach so manchen ratlosen und verständnislosen Blicken wurde dann aber doch von eigenen „Menschlichkeitserfahrungen“ erzählt:

  • „Ich habe mich gefreut, dass ein Mitarbeiter mit mir zum Optiker ist, meine Brille war drei Monate kaputt. Der Optiker war auch sehr nett.“
  • „Das ist, wie man behandelt wird.“
  • „Das hat mit Menschenwürde zu tun.“

Geäußert wurden auch kritische Erfahrungen:

  • „Ich habe das noch nicht erlebt – Menschlichkeit.“
  • „Zur Beerdigung von einem Mitbewohner durften wir nicht gehen. Das ist unmenschlich.“
  • „Zu Hause war es nicht immer menschlich.“

Unsere Autor*innen nähern sich dem Thema aus persönlicher (Berufs-)Erfahrung. Sie fragen sich, welche Rolle Menschlichkeit zwischen UN-BRK und Bedarfsermittlung spielt, ob die Menschlichkeit verschwunden ist, wodurch sie begünstigt wird, wie sie sich entwickelt und verändert hat und wie Menschlichkeit in der aktuellen Corona-Pandemie gelebt werden kann. Wir sind Menschen und in der Begegnung von Menschen entsteht Menschlichkeit. Oder, wie es eine von Katzensteins Gesprächspartnerinnen auf den Punkt bringt: „Wenn man angelächelt wird, ist das schön.“

In diesem Sinne grüßt aus der Redaktion

Ihr Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 66 kb)

zum Inhalt von Heft 4/2020

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Heft 3/2020: Arbeit 2020

Liebe Leser*innen,

vor kurzem wussten viele von uns noch nicht, was der Unterschied zwischen einer FFP2- oder einer MNS-Maske ist. Jetzt tummeln wir uns in Video-Konferenzen, waschen uns deutlich häufiger als sonst die Hände und singen dabei zweimal „Happy birthday to you“, weil wir gelesen haben, dass dann die 30 Sekunden Mindestwaschzeit herum sind. Kaum sind die Hände ordentlich und gründlich abgetrocknet, gönnen wir uns noch eine kräftige Portion Hand-Desinfektionsmittel auf die schon spröde gewordenen Hände. Türklinken öffnen wir souverän mit dem Ellbogen, wir begrüßen uns, statt mit Handschlag, mit einem freundlichen Lächeln.

Im Homeoffice freuen wir uns, dass die Technik heute ganz unkompliziert klappt, manchmal verzweifeln wir auch, weil der Computer nicht das tut, was wir erhofften. Nebenher begleiten wir unsere Kinder noch beim Homeschooling und stellen fest, dass, wenn die Kinder gerade einen Lehrfilm streamen, bei uns gar nichts mehr geht.

Wir halten Abstand und merken, dass dies gelingt. Zumindest, wenn unser Gegenüber Einsicht in und Verständnis für die Hygieneregeln zeigt. Schwierig wird es, wenn z. B. Klient*innen dennoch nach Kontakt suchen oder wenn wir in Pflegesituationen Menschen körperlich nahe sein müssen. Dann schützen wir uns mit Masken, Schutzkleidung, Gesichtsschirmen, Kopfbedeckungen und Handschuhen. Menschen mit Unterstützungsbedarf reagieren sehr  unterschiedlich, wenn Mitarbeitende plötzlich ihr Gesicht teilweise hinter einer Maske verbergen. Manche nehmen es cool und gelassen, andere sind sichtlich verunsichert und wollen, dass die Maske wegkommt.

Arbeit 2020 haben wir diese aktuelle Ausgabe der Orientierung überschrieben. Als wir die Artikel angefragt haben, konnte noch niemand ahnen, wie massiv das Corona-Virus in unser aller Leben eindringt – auch wenn wir uns nicht infiziert haben. Wir hatten noch keine Vorstellung davon, wie Kontaktbeschränkungen das Privatleben verändern und wie sich das berufliche Tun durch die notwendigen (Hygiene-)Schutzmaßnahmen verändert.

Die Autor*innen hatten das alles beim Verfassen der Artikel noch nicht im Blick. Dennoch blitzt Corona immer wieder im Heft auf.

Bei der Gesamtschau der Artikel sind es drei Begriffe, die uns als roter Faden in den Sinn kamen: Tätigsein, Teilhaben, Schaffen. All dies ist und ermöglicht Arbeit und zwar für ALLE Menschen, auch die, denen ein „Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit“ abgesprochen wird. Denn beim Arbeiten schaffen (schwäbisch) wir nicht nur, sondern wir er-schaffen auch etwas.

Ich wünsche Ihnen interessante Einblicke beim Lesen des Heftes „Arbeit 2020“. Darüber hinaus wünsche ich Ihnen ein gutes Ertragen und Gestalten der durch Corona hervorgerufenen besonderen Arbeitssituationen. Mögen wir damit dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen gesund bleiben! Vor allem wünsche ich Ihnen und allen Menschen, die Ihnen beruflich oder privat auch mit Einhaltung des Mindestabstandes nahestehen, ein „Bleiben Sie gesund“!

Ihr Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 80 kb)

zum Inhalt von Heft 3/2020

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Heft 2/2020: Divers*ität

Liebe Leser*innen,
unsere Welt scheint immer unterschiedlicher und unübersichtlicher zu werden. In der politischen Diskussion, im Miteinander verschiedener Kulturen, im Fußballstadion, in der Straßenbahn und auch in der Eingliederungshilfe treffen Menschen verschiedener Herkunft, verschiedener sexueller Orientierung, verschiedener Glaubensrichtungen, verschiedener Kompetenzen aufeinander. Das wird an vielen Stellen als Bereicherung erlebt. Das führt aber auch zu Ängsten und Sorgen.

Diese Ängste können minimiert werden, wenn jeder die Möglichkeit hat, die eigene Meinung angstfrei zu äußern, wenn unterschiedliche Meinungen respektiert und offen diskutiert werden und wenn Empathie als Grundstimmung erlebbar ist. Amy Edmondson spricht dann von „psychologischer Sicherheit" (siehe Schmidt Seite 08).

Im Heft zeigen wir Vielfalt auf, um den Blick zu weiten. Wir wollen mit dem Heft Haltungsimpulse liefern, aber auch Orientierung anbieten. Wie lässt sich mit dem erlebten (oder konstruierten?) Anderen umgehen?

Dabei besorgt uns, dass der Umgangston rauer wird. Zum Beispiel Frühjahr 2020:

  • In Fußballstadien werden Menschen bildlich ins Fadenkreuz gesetzt.
  • In sozialen Medien werden hemmungslos andere Menschen beschimpft.
  • Führende Weltpolitiker sondern auf Twitter und Co Kommentare ab, die jenseits von Respekt und Empathie sind.
  • Menschen auf der Flucht werden für eigene Zwecke instrumentalisiert und machen sich voller Hoffnung auf den Weg und treffen auf geschlossene Grenzen.
  • Menschen werden ermordet, weil sie fremd aussehen.

Wir scheinen innere Maßstäbe zu verlieren. Grundlegende Regeln des Anstands gehen verloren, Empathie scheint auf dem Rückzug. Andere abzuwerten und auszugrenzen bis hin zu anonymen Hasskommentaren sind an der Tagesordnung.

Zeitgeist oder Menschenrecht? Fragen wir auf dem Titel dieser Orientierung zum Thema Divers*ität. – Unsere Antwort ist klar! Gute Auseinandersetzung mit den diversen Impulsen
wünscht

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 77 kb)

zum Inhalt von Heft 2/2020

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Heft 1/2020: Selbstbestimmung sichern - Rechtliche Betreuung

Liebe Leserin, lieber Leser,

gerade mal gut 25 Jahre ist es her, dass das alte Entmündigungs-, Vormundschafts- und Pflegschaftsrecht grundlegend reformiert wurde. 1992 wurde durch das Betreuungsgesetz eine ganz andere Grundhaltung gegenüber den Menschen ausgedrückt, die aufgrund von Erkrankung oder Behinderung längerfristig oder vorübergehend nicht alle ihre Belange selber regeln können. Die Selbstbestimmung und die Individualität der Betreuten wurden in den Vordergrund gestellt. Bevormundung war gestern. Selbstbestimmung sichern war und ist das erklärte Ziel der Rechtlichen Betreuung1 (vgl. Winterstein ab Seite 27).

Wir haben Menschen gefragt, die von Rechtlichen Betreuer/-innen2 begleitet werden. Lesen Sie von guten Erfahrungen (Frank, Seite 03; Klingmann, Seite 04), von unterschiedlichen Lebensbewertungen, die zum Bruch mit einer Betreuerin führten (Krüger, Seite 08) oder auch von klarer Ablehnung einer Rechtlichen Betreuung (Erhard, Seite 09). Wir haben in dieser Orientierung auch zur anderen Seite geschaut. Was macht ein Betreuungsverein
(Kern, Seite 20), was tut eine Berufsbetreuerin (Özkan, Seite 24), in welchen Dilemmata stecken manchmal Angehörige, die zu Betreuern werden (Eichler, Seite 16). Ein Blick über den aktuellen Tellerrand ordnet die Rechtliche Betreuung ins BTHG und in den neuen Behinderungsbegriff ein (Gellert-Beckmann, Seite 14). Kritisch-soziologisch setzt sich Adler (Seite 36) vor dem Hintergrund der Ideen von Michel Foucault und Pierre Bourdieu mit dem
gesellschaftlichen Phänomen Betreuung auseinander. Was kann man tun, wenn Betreuung (ethische) Grenzfragen berührt, fragt Kaltarar (Seite 33). Wenn Sie einfach Infos suchen, wie der Weg zu einer Rechtlichen Betreuung funktioniert, oder welche anderen Möglichkeiten der Vorsorge es gibt, sind Sie bei Schneider (Seiten 10 und 40) gut aufgehoben.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) heißt es in § 1896 Abs. 1: „Kann ein Volljähriger auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen, so bestellt das Betreuungsgericht auf seinen Antrag oder von Amts wegen für ihn einen Betreuer." Würdebewahrer (Hamburger, Seite 18) sind dann gesucht – ein stimmiges Synonym für Rechtliche Betreuung!

1 Rechtliche Betreuung ist der formal korrekte Begriff. Synonym wird alltagssprachlich aber immer auch der Begriff Gesetzliche Betreuung genutzt.
2 „Rechtliche Betreuer/-innen“ – nicht zu verwechseln mit „Bezugsmitarbeiter/-innen oder ähnlichen Profis: Sie werden umgangssprachlich gelegentlich auch „Betreuer/-innen“ genannt!

Gute Lektüre wünscht
Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 63 kb)

zum Inhalt von Heft 1/2020

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