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Aktuelles Heft

Cover Orientierung 4/2021

Heft 4/2021: AUSSERGEWÖHNLICH Menschen, die herausfordern

Themenvorausschau

  • 3/2022: Wert und Würde
  • 4/2022: Sinne(sbehinderung)

Orientierung

Heft 4/2021: AUSSERGEWÖHNLICH Menschen, die herausfordern

Heftcover

Liebe Leser*innen,

wir müssen (mal wieder) eine Orientierung machen, in der wir uns mit der Gruppe der „Systemsprenger*innen“ auseinandersetzen. So war die erste Idee vor rund einem Jahr im Redaktionskreis der Orientierung.
In der Diskussion war dann schnell klar, dass man es sich mit dem Begriff Systemsprenger*in zu leicht macht.
Der Begriff hat durch den 2019 an den Start gegangenen gleichnamigen Film von Nora Fingscheidt eine breite Öffentlichkeit erreicht. Im Film geht es um den Leidensweg eines 9-jährigen Mädchens, das mit seinem Verhalten alle Unterstützungssysteme an Grenzen bringt. Ob Pflegefamilie, Psychiatrie oder Heime: Alles wird von ihr „gesprengt“.
Aber: Hier werden nicht nur Systeme „gesprengt“, sondern auch Systeme auf ihre Funktionalität geprüft. „Systeme sprengen – Systeme prüfen“ war dann unser Arbeitstitel für die Artikelanfragen.

Im Nachdenken über Menschen, die uns extrem fordern, wird schnell deutlich, dass eine Etikettierung durch einen Begriff nicht weiterhilft. In vielen Artikeln wird der Begriff hinterfragt. Kritisch damit auseinander setzen sich Bell (Seite 19) und Düßler und Wedemann (mit Fokus auf die Jugendhilfe, Seite 21).
„Ich weiß einfach nicht mehr weiter!“ zitiert Friebe (Seite 06) Mitarbeitende. Es wird deutlich, wie Fachkräfte in der Arbeit mit der Herausforderung an Grenzen stoßen, immer wieder lesen wir auch von Hilf- und Ratlosigkeit (z. B. Geiger, Seite 03 oder Katzenstein, Seite 41).
Zarte Beispiele wie eine Begleitung gelingen kann finden sich ebenso im Heft, wie die Auseinandersetzung damit, dass eine Überforderung im Umgang mit der Personengruppe auch zu Verhalten bei Mitarbeitenden und weiteren Beteiligten führen kann, die zurzeit auf strafrechtliche Relevanz geprüft werden (Starnitzke, Seite 35).
Konzeptionell wird deutlich (z. B. bei Pleuß und Weigand auf Seite 38), dass individuelle Wege gefunden werden müssen, wenn es darum geht, Menschen zu begleiten, die eine eigene Geschichte mitbringen, bevor sie sich selber, uns und Systeme herausfordern. Das darf nicht vergessen werden.

Bei der Zusammenstellung der Texte haben wir viel diskutiert. Mehr als sonst. Das zeigt, dass das Thema unter die Haut geht, berührt und Fragen aufwirft, die schwer zu beantworten sind: Außer-gewöhnliche Menschen, die herausfordern – so unser Hefttitel.

Eine gutes Maß an “Herausforderung“ wünscht

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 71 kb)

zum Inhalt von Heft 4/2021

Heft 3/2021: Politik

Heftcover

Liebe Leser*innen,

haben Sie schon einmal etwas von der Initiative „Wir für Menschlichkeit und Vielfalt" gehört? Die gibt es seit März 2021. Sie finden sie im Netz unter www.wir-fmv.org. Mit einer gemeinsamen Erklärung zeigen über 700 Verbände, Initiativen und Einrichtungen aus dem Bereich der Behindertenhilfe und der Sozialen Psychiatrie klare Haltung gegen Rassismus und Rechtsextremismus und warnen vor Hetze und Stimmungsmache rechter Akteur*innen wie der AfD und ähnlicher Bewegungen. Die unterzeichnenden Verbände machen sich stark für eine offene und vielfältige Gesellschaft und gegen eine Stimmung von Hass und Gewalt. Der BeB ist auch dabei.

Unser Titelbild wurde bei einer Aktion gegen menschenverachtende Anträge der AfD aufgenommen. Es kommt von der AG Partizipation (mehr dazu ab Seite 9) und ist entstanden im Rahmen des Stadtfestes „Hagen blüht auf".

Wahljahr 2021: Da passt doch eine Orientierung zum Thema Politik, die um den Bundestagswahltermin herum erscheint. So dachten wir im Redaktionskreis. Denn eine Idee war: Wir fragen alle im Bundestag vertretenen Parteien an, welche Aussagen in ihren Wahlprogrammen rund um die Themen Teilhabe und Behinderung zu finden sind.

Im Anfragen haben wir dann gemerkt, dass das leider gar nicht so einfach ist. Denn Parteien legen ihre ganz konkreten Wahlprogramme erst in relativer Nähe zur Wahl fest. Zu spät für unseren Redaktionsschluss-Termin.

Stattdessen finden Sie in dieser Orientierung nun Artikel von Menschen, die selber Politik machen, die sich einmischen, um das gesellschaftliche Beisammensein mit zu gestalten. Die sich als Beiräte mit (eigener Behinderungs-)Erfahrung stark machen für Belange von Menschen mit Unterstützungsbedarf. Menschen mit Handicap berichten davon, wie sie politisch mitgestalten. Wie sie sich vernetzen, um besser gehört zu werden.

In einigen Artikeln findet sich auch eine deutliche Aufforderung an Politik und Politiker*innen: Nehmt Belange von Menschen mit Unterstützungsbedarf (endlich und mehr) wahr und kümmert euch um die Anliegen.

Bei der Bearbeitung dieser „politischen" Orientierung haben wir gelernt, dass Politik viel mit sich kümmern, sich einmischen, gestalten, Raum schaffen, mit unterschiedlichen Interessen und deren Ausgleich, mit in Gemeinschaft gut zusammenleben, mit Recht und auch mit Regeln zu tun hat.

Es soll Menschen geben, die aufgeben, die Reden der Politiker*innen zu verstehen und stattdessen lieber Chinesisch lernen. Eine Fehlentscheidung! Stattdessen sollten wir Politiker*innen auffordern, uns verständlich anzusprechen und uns Mut machen, gegebenenfalls selber Politik aktiv mit zu gestalten.

Gute Lektüre dieser Orientierung wünscht

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 70 kb)

zum Inhalt von Heft 3/2021

Heft 2/2021: #wohnen

Heftcover

Liebe Leser*innen,

„Wohnst Du noch oder lebst Du schon?"
Wie lange ist es her, dass ein bekanntes schwedisches Möbelhaus mit diesem Slogan auf sich aufmerksam machte? Schon knapp 15 Jahre. Doch die Fragestellung bleibt aktuell: Was macht einen Wohnraum zum Lebensort, der mehr ist als Bett, Stuhl und Tisch?

Mit dem Bundesteilhabegesetz werden „Gruppenbewohner*innen" zu „Mieter*innen", zu Menschen mit eigenem Mietvertrag. Sie leben jetzt in der eigenen Wohnung - oder doch eher in „besonderen Wohnformen"?

Was hat sich faktisch durch den Mietvertrag geändert? Das fragt Achim Trobisch gleich zu Beginn kritisch nach. Er beklagt, dass Wohnen weiterhin schwergemacht wird. Zum einen durch eine zunehmende und sich teilweise widersprechende Verregelungswut. Zum anderen aber auch durch die Einrichtungen und Dienste und die dort handelnden Personen selber. Er fordert auf, das eigene Handeln zu hinterfragen und sich gleichzeitig als „Wohn-Anwalt" für Menschen zu verstehen: im Kontakt mit Behörden, Ämtern und Institutionen.

Deutlich wird, dass es eine Trias von Umständen-Wohnen-Leben gibt. Diese Verbindung wirkt auf die Lebensqualität eines jeden Menschen. Wohnen – weiterhin ein fragiles Unterfangen für alle Beteiligten. Trotz UN-BRK und BTHG ...

Laut Duden hat der Begriff Wohnen zwei Wortbedeutungen. Zum einen beschreibt er das „vorübergehend eine Unterkunft haben, untergebracht sein", zum anderen meint das Wort „seine Wohnung, seinen ständigen Aufenthalt haben".

Lesen Sie in der Orientierung, wie ersteres zu zweitem werden kann.

Gute Lektüre wünscht

Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 70 kb)

zum Inhalt von Heft 2/2021

Heftcover

Heft 1/2021: Inseln

Liebe Leserin, lieber Leser,

Inselassoziationen. Welche haben Sie?

Viel Freude mit dem Heft wünscht

Ihr Martin Herrlich

PDF-Icon Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 137 kb)

zum Inhalt von Heft 1/2021

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