Heft 3/2013: Lebensqualität
Editorial
»Lebensqualität beschreibt die Höhe . . .
… persönlicher Zufriedenheit. Diese wächst mit der Erfüllung von Wünschen und Bedürfnissen im körperlichen, geistigen, seelischen und materiellen Bereich, ausgehend von der aktuellen Lebenssituation.« stellt die Stiftung Lebensqualität auf stiftung-lebensqualitaet.de fest.
Wie diese Wünsche und Bedürfnisse ganz konkret aussehen, beschreiben die Autorinnen und Autoren dieser Orientierung ganz unterschiedlich: ohne Anlass beschenkt werden, selber entscheiden, als Paar zusammenleben, mitbestimmen dürfen, Natur genießen, das eigene Bett, die eigene Wohnung. Lebensqualität kann auch heißen, sich niemandem gegenüber durchsetzen zu müssen. Manchmal ist auch ein neuer Anfang nötig, um Lebensqualität zu erleben.
Ist Lebensqualität also nur subjektiv erfahrbar, ist sie möglicherweise gar nicht messbar? So wie Willy Millowitsch sinniert: »Essen und Trinken sind die drei schönsten Dinge des Lebens.« Was ist Ihr drittes Ding? Was das Dritte bei Menschen mit Unterstützungsbedarf?
Können Lernprogramme, Begleitzirkel oder Schilder (Sie finden einige mehr oder weniger geistreiche in diesem Heft) dabei hilfreich sein?
Werden Sie zu Erforschern Ihrer eigenen Lebensqualität. Kommen Sie darüber ins Nachdenken, wie sich Lebensqualität professionell begleiten lässt. Die vor Ihnen liegende Fachzeitschrift kann Orientierung geben.
Ihr
Martin Herrlich
Editorial und Inhaltsverzeichnis (PDF-Datei, 497 kb)
Autoren dieser Ausgabe
Bollag, Dr. Esther, Pastorin, tätig in der Stab stelle diakonische Profilentwicklung, Evangelische Stiftung Alsterdorf, Hamburg
Eggers, Silke, Mutter von Stina Eggers, Norderstedt
Fischer, Dr. Dieter, Akad. Direktor, Dozent, Sonderpädagoge, Autor (ehemals Uni Würzburg/FH Linz), Igersheim
Francke, Karl-Heinz, Martinshof Rothenburg, Diakoniewerk
Frank, Karl Ernst, lebt im ambulant betreuten Wohnen der Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb, ABW Neresheim
Graf-Fischer, Gisela, Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb, Neresheim
Herr, Bettina Maria, Oberlinschule, Diakonie Kork, Kehl-Kork
Hirt, Ingeborg, Vorsitzende des Angehörigen- und Betreuerbeirates in den Neinstedter Anstalten e.V., Mitglied im Beirat für Angehörige und Betreuer im BeB, Mutter von Toralf Hirt
Huber, Brigitte, ehrenamtliche Bioethik-Beauftragte des Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB), Theologin, München
John, Karen, Martinshof Rothenburg, Diakoniewerk
Kieschnick-Pagenkopf, Andreas, Qualitätsmanagement und Fachberatung, Martinshof Rothenburg, Diakoniewerk
Köse, Hava, Schülerin der Hauptstufe an der Oberlinschule Kork
Krämer, Gabriele, lebt in der Diakonie Kork Offene Hilfen / Ambulant Betreutes Wohnen, arbeitet als Verkäuferin im Service in einem Café für Menschen mit und ohne Behinderung.
Leiß, Sybille, Pfarrerin, Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stiftung Lichtenstern, www.lichtenstern.de
Linder, Marion, Leiterin der Kunstakakdemie U7 Bisingen, Vorsitzende des Angehörigenbeirats Mariaberg, Albstadt
Merk, Silke, Wohnheim der Samariterstiftung, Behindertenhilfe Ostalb, Neresheim
Pluge, Katrin, Martinshof Rothenburg, Diakoniewerk
Rackwitz-Ziegler, Nadja, Mutter einer Tochter mit Down-Syndrom, Behindertenbeirätin der Landeshauptstadt München, Vorsitzende im Verein Down-Kind
Reinelt, René, Dipl. Soziologe (Univ.), Leitung Wohnen Neuendettelsau im Ev.-Luth. Diakoniewerk Neuendettelsau
Resage, Annette, Sozialpädagogin, Duisburg
Schäfers, Markus Dr., Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V., Abteilung Konzepte und Recht, Berlin
Schleuder, Christian, Martinshof Rothenburg, Diakoniewerk
Schmid, Cornelia, Sozialarbeiterin in der Samariterstiftung Behindertenhilfe Ostalb, ABW Neresheim
Schneider, Dr. Thomas, Referent für Politische Kommunikation/PR beim Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB)
Schubert, Janette, Martinshof Rothenburg, Diakoniewerk
Steinert, Fabian, Schüler in der Hauptstufe an der Oberlinschule Kork
Ströbele, Ina, hat einen Bruder mit Behinderung, ist aktiv im Beirat der Angehörigen im BeB und im Angehörigenbeirat der Zieglerschen
Wesseling, Sigrid, Assistentin, Offene Hilfen / Ambulant Betreutes Wohnen, Diakonie Kork, Kehl-Kork
Autorenverzeichnis und Impressum (PDF-Datei, 90 kb)
Leseproben
Wenn man immer einer unter Zehn ist, muss man auffällig sein
Karl-Ernst Frank, Samariterstiftung, Behindertenhilfe Ostalb, Neresheim
Karl Ernst Frank, berichtet von seinem neuen Leben beim Wechsel vom stationären zum ambulant betreuten Wohnen: »Mittlerweile lebe ich schon seit sieben Jahren allein und führe meinen eigenen Haushalt.«
Wenn man immer einer unter Zehn ist, muss man auffällig sein
(PDF-Datei, 650 kb)
Vermeidbare Störung?
Ein ethischer Blick auf gelingendes Leben
Brigitte Huber, München, Bioethikbeauftragte des BeB
Die Schwangerschaft bei Embryonen mit Down Syndrom wird zu 90 – 95 % abgebrochen, nicht erkannte Behinderung gilt als ärztlicher Kunstfehler. Ist der neue Wohlstandsindikator ein gesundes, perfektes Kind? Mit den differenzierten Methoden der Pränataldiagnostik, der Präimplantationsdiagnostik und der Gentests am Ungeborenen scheint dieses Ziel immer näher zu rücken.